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Südsee

Logbuch ab '09 > Weltreise

Südsee

 

Mai und Juni 2010 von Französisch Polynesien und den Cook Islands nach Tonga

Endlich in der Südsee! 23 Tage ununterbrochen auf See, das ist schon einige Zeit. Aber nun ist Land in Sicht, Nuku Hiva, die erste Insel Französisch-Polynesiens.

Langsam öffnet sich eine malerische Bucht vor uns. Wir segeln vorsichtig dem weißen Sandstrand entgegen. Das Ufer ist gesäumt von Palmenhainen, türkisblaues klares Wasser in dem sich Schwärme von grellbunten Fischen tummeln.Auslergerkanus mit Eingeborenen, bekleidet nur mit Baströcken, kommen uns fröhlich winkend und singend entgegen und Südseeschönheiten heißen uns mit Früchten und Blütenkränzen willkommen. Langsam gleiten wir tiefer in die Bucht und unser Anker fällt direkt am Strand vor einer kleinen Ansammlung aus, auf Stelzen erbauten palmwedelgedeckten Hütten…
Das Dingi ist schnell klar gemacht und die paar Meter zum Strand ruck zuck gepaddelt. Wir brauchen dringend einen Geldautomaten, einen Supermarkt und ein kaltes Bier auf einem Freisitz wäre auch nicht schlecht! Das Bier kostet dann übrigens 6,50 $ die kleine Minibüchse. Da Nuku Hiva die erste vom amerikanischen Festland aus erreichbare Insel ist, gibt es hier natürlich auch die Einklarierungsbehörde. Dementsprechend voll ist auch die einzige zum Ankern geeignete Bucht.

Wir hätten nie gedacht, dass in diesem Teil der Welt so eine Menge Boote unterwegs ist. Wenn man bedenkt, dass wir in den letzten 3 Wochen keinem einzigem begegnet sind, ist diese hier liegende Flottille schon erstaunlich. Wir zählen so an die 30 Yachten aller Größenordnungen. Und es ist ein ständiges Kommen und Gehen (Fahren).

Wir jedenfalls finden noch einen Ankerplatz und rudern erst einmal zum Strand. Die Ortschaft, immerhin leben hier 2000 Leute, erweckt Erinnerungen an ein Ferienlager. Die Gebäude im Bungalowstil, alles wirkt perfekt und durchdacht, der Rasen ordentlich gemäht. Einzelne Schilder verweisen auf den jeweiligen Verwaltungskomplex sowie zur "Lagerleitung". Einklarierung leicht gemacht: Da Französisch-Polynesien bekanntlich zu Frankreich gehört, und somit auch zur EU, was uns also so gut wie zu Nachbarn oder mindestens zu Freunden macht, geht alles recht schnell. Wobei; erstaunlicherweise doch noch mit Stempel in den Pass. Das Dschengener Abkommen scheint hier nicht zu gelten, vielleicht aber nächstes Jahr. Uns jedenfalls ist es hier zu voll. Wir beschließen, nur etwas einzukaufen und dann auf eine der nächsten, etwas abseits von der allgemeinen Route liegenden Insel zu flüchten. Gesagt getan, Geldautomaten und Supermarkt, kein Problem. Nur, gibt es eigentlich außer Konserven nichts, was wir so brauchen könnten. Kartoffel und Zwiebeln (importiert) haben wir selber. Und Obst, komplette Fehlanzeige.

Mit Mühe, einer Menge Dollars und doch etwas überrascht, gelingt es uns, ein paar nicht mehr so ganz frische Bananen an einem Stand an der Mole zu erstehen. Besser wir verschwinden hier. Unser nächstes Ziel, die Insel Hakahau sollte eigentlich etwas besser werden. Zum Glück in Sichtweite, und nur ca. 30 nm entfernt. Von anderen Seglern haben wir zwar erfahren, dass im Hafen gebaggert wird. Auch sollen sie vom Bargenkapitän eher wieder hinauskomplimentiert worden sein. Aber wir wollen sehen. Eine kleine Bucht, dummerweise nach Osten hin offen, was soviel wie ziemlichen Schwell bedeutet, kommt in Sicht. Wir rollen mit den Wellen und stoßen mitten im Hafen natürlich zuerst auf unsere bereits erwähnte Barge. Der Kapitän (älteres Semester mit schneeweißem Rauschebart und einer Bierflasche in der Hand) fuchtelt mit den Armen, und will uns anscheinend etwas mitteilen. Na mal sehen. Wir gehen längsseits, gefasst darauf, unseren Standpunkt zu verteidigen, doch siehe da, freundlich erklärt er uns, welches der beste Ankerplatz für uns wäre. Und morgen käme ein Passagierboot - also nicht an die Mole. Wir werfen den Anker und sind an und für sich erst einmal recht zufrieden. Wir werden sehen, ob wir uns hier verproviantieren können. Landschaftlich hätten wir es allerdings nicht besser treffen können. Malerisch erhebt sich direkt hinter den Dorf der höchste Berg der Insel. Von Wolken umhangen ein unglaublicher Anblick. Und Grün, soweit das Auge reicht.

Am nächsten Morgen wundern wir uns. Musik schallt über die Bucht, Stände werden aufgebaut, irgendetwas wird vorbereitet. Dann ist es soweit. Das monatliche Containerschiff legt an. Mit der Fracht verlassen auch eine Menge Touristen das Boot. Deshalb also die Stände!Kreutzfahrt auf einem Frachter, das ist doch mal was Neues. An und für sich gar nicht so schlecht. Das Versorgungsboot fährt sämtliche Inseln ab, hat meistens einen Tag Aufenthalt und wenn der Koch gut ist, warum nicht. Immerhin ist jeden Tag Kapitänsdinner. Abends jedenfalls sind sie wieder verschwunden, und wir haben den Platz an der Mole. Durch den Schwell ist es zwar ein etwas unruhiges Plätzchen, doch um in Kontakt mit anderen zu kommen, wesentlich besser geeignet, als schwojend in der Mitte der Bucht.

Ich weiß nicht, ob die anderen Yachtis vielleicht eher ihre Ruhe haben wollen, wir jedoch haben überlegt: `Da kommt so ein schickes weißes Segelboot, wirft seinen Anker mitten in deinem Vorgarten und bleibt erst einmal stehen. Irgendwann erscheint der Eigner mit seinem Schlauchboot, geht kurz einkaufen, läuft ein wenig hinter deinem Haus herum und verschwindet dann genauso schnell, wie er gekommen ist. Na so wird das nichts! `Wir liegen lieber an der Mole. Es ist erstaunlich, wie schnell sich dann abends, wenn man auch auf einer Ebene erreichbar ist, die Gespräche entwickeln.Nur mit dem Einkaufen, da haben wir wieder kein Glück. Läden, kein Problem. Aber eben nur importierte Konserven zu astronomischen Preisen. Obst und Gemüse, Fehlanzeige. Langsam wird mir auch klar, weshalb ich bis jetzt in sämtlichen Reiseberichten nur von geschenkten Früchten gelesen habe. Die Sachen wachsen praktisch überall.

Warum also im Laden verkaufen? Alles andere stellt hier schon lange keiner mehr her oder baut es gar an, das wird importiert.Das Problem lösen wir aber recht einfach. Unser Nachbarboot, der Schlepper aus Neuseeland, versorgt uns im Austausch gegen ein selbstgebackenes Germany Brot ausreichend. (eben geschenkt) mit den heimischen, also von selbst wachsenden Papayas, Mangos und Pomolos. Im Nachhinein haben uns schlau gemacht. Seit …. gehören die Marqueses Inseln zu Frankreich. Dieses -als Atommacht hat die Gunst der Stunde, oder besser gesagt die Abgelegenheit der Atolle genutzt, um in aller Ruhe seine Atomversuche durchzuführen.Gestört hat das hier niemanden so richtig, ging die dunkle Angelegenheit doch mit erheblichen Zahlungen einher. Problematisch wurde die Sache erst, als die Versuche auf Druck der Weltöffentlichkeit eingestellt werden mussten. Keine Tests, kein Geld, sollte man meinen. Aber Proteste von Seiten der nun Mittellosen. Frankreich jedenfalls zahlt nun eine Ausgleichszahlung eben für nicht mehr durchgeführte Versuche.

Durch diesen ständigen Geldzufluss hat sich eine astreine Dienstleistungsgesellschaft entwickelt. 36 % der Bevölkerung arbeiten in der Verwaltung, und verdienen dabei ungefähr 80% mehr als selbige Beamte im Mutterland, Wer nichts zu verwalten hat, ist bei der Stadt angestellt. Hergestellt oder angebaut wird somit schon lange nichts mehr.Es gibt übrigens sogar eine Oppositionspartei, die für die Unabhängigkeit der Inseln wirbt. Erstaunlicherweise, oder wen wundert es, allerdings ohne allzu viel Zulauf. Zum Glück für die Menschen hier gibt es keine alten bärtigen Männer... Somit bleiben die Macheten in der Hülle und alle sind glücklich und zufrieden.Unser nächstes Ziel, das Archipel des Tuamotu ist ungefähr 400 nm entfernt. Auf halber Strecke liegt eine kleine Insel mit Namen Tepoto Hier werden wir einen kurzen Zwischenstopp einlegen. So dachten wir jedenfalls. Land kommt in Sicht, genau wie man es sich so vorstellt in der Südsee. Ein kleines Fleckchen Sand, bewachsen mit Palmen sowie eine kleine Siedlung. Und das Riff nicht zu vergessen. Kein Eingang, und somit auch keine Ankermöglichkeit. Wir suchen und suchen. Das Ufer fällt rings um die Insel mit einem Schlag steil auf mindestens 500 m ab. Es nützt nichts - segeln wir halt weiter. Bis zu den großen Atollen ist es nicht mehr weit. Das erste, etwas abgelegen von der Hauptroute der Segler heißt Takume. Zumindest hat das einen Eingang. Und wieder einmal Postkartensüdsee pur.

Wir finden den Einfahrtchanel durch das Riff in die Lagune, Alles ist bestens betonnt. Nur bei Nacht möchte ich das nicht machen. Es geht doch stellenweise recht nahe an nicht unbedingt freundlich ausschauenden Korallenblöcken vorbei. Der Anker fällt und wir starten zu unserer ersten Atollbesichtigung. Das hat schon was!
Von einer Seite auf die andere sind es vielleicht 15 min zu laufen. Innen die völlig ruhige Lagune und außen die Brandung des Pazifiks. Bergsteigerisches Können ist auch nicht zwingend erforderlich. Mehr als 2 Meter über dem Meeresspiegel hat es hier nicht. Palmen Strand und Sonne pur. Ein kleines Dörfchen, ein Einkaufsladen mit den üblichen Konserven, das war's auch schon.
Nächste Insel: Makemo, ein Atoll wie aus dem Bilderbuch. Auch hier ist die Einfahrt zur Lagune schnell gefunden. Es schunkelt und schaukelt zwar etwas, doch wir kommen gut durch die Brandung und an den Riffs vorbei. Innerhalb der Lagune dann, ist das Meer fantastisch still. Die zahlreichen Untiefen lassen sich im klaren Wasser sehr gut erkennen und. im Zick-Zack geht es zu unserem Ankerplatz. Ein Städtchen lockt. Auch hier Palmen über Palmen, kein "Berg" höher als zwei drei Meter und alles bequem zu Fuß zu erreichen.

Es gibt eigentlich alles. Ein paar Einkaufläden, ein kleineres Hotel, Schule und was man sonst so braucht. Das Leben läuft hier recht geruhsam ab.
Und das Wetter -erstaunlich- ein ständiger Wechsel aus Sonne und Regen. Wobei die Regenwolken immer nur sehr begrenzt auftreten. Wir haben auf der Strasse gestanden, eine Hand in der Sonne, eine im Regen. Wobei die nasse Seite so in vielleicht 2 min wieder trocken ist. Auch der hiesige Baustiel hat schon was. Wir sitzen mit einem Bierchen in der Hand vor einem kleinen Einkaufsladen und bewundern architektonischen Fähigkeiten des Hausherren gegenüber. Auf dessen Baugrund steht genau mittig ein Baum. Das Häuschen kam wohl später. Somit hat der findige Bauherr, gar nicht dumm, sein Bauwerk halt drum herum geplant und hat nun in der Stube einen Baumstamm stehen.
Solange er also keine Kupfernägel als Gardarobenhaken verwendet, an und für sich ganz praktische Sache.

Aber auch hier sind 2 Tage Aufenthalt genug.Wir wollen weiter nach Papeete. Der Weg führt uns noch durch ein Gewirr von Atollen, dann 250 nm über das offene Meer, also nicht so weit. Aber ein Elend. Sag doch einer, Segeln sei Erholung. Nein! Segeln ist harte Arbeit. Und wir lieben den Passatwind… So langsam könnte man an den meisten Reisebeschreibungen zweifeln. Zumindest habe ich noch niemanden schimpfen oder fluchen hören. Immer nur: alles wunderbar! Hier jedenfalls gibt es weder einen Nord-Ost Passat, Süd-Ost aber auch nicht wirklich. Nein, hier kommt der Wind aus Ost. Das bedeutet, so was von direkt von achtern, dass kein Mensch mehr weiß, wohin denn nun mit dem Segel. Dazu halten sich leider die Wellen so überhaupt nicht an ihren Kumpel, den Wind. Nein, sie rollen mal von links, mal von rechts, oder eben von hinten. Der Effekt dabei ist leider eine fürchterliche Schaukelei.
Da das Boot schneller rollt, als der Wind die Segel füllen kann, ein ständiges Hin und Her, sowie Schlagen und Krachen des Tuches. Das Dumme ist, du kannst absolut nichts dagegen tun. Wir geben uns alle Mühe, wenigstens die schlimmsten Belastungen für Mast und Segel soweit wie möglich in Grenzen zu halten, allerdings; immer gelingt das leider auch nicht. Wer schon mal eine Genua mit voller Wucht von einer Seite zur anderen schlagen gehört hat, der weiß, wovon wir reden. Es ist, als wenn es dir den Mast vom Boot reißt. Und es kommt, natürlich, wie es kommen muss, nur ein Hauch von Windstärke 3 Bft, ein Schlag und wir haben einen Stak weniger. Ich habe mir das dann später mal ausrechnen lassen, die Kräfte, die da bei dieser Schaukelei wirken, sind enorm. Na zum Glück haben wir nur noch 50 nm bis zum Ziel!

Und, wir sind bei weiten nicht die einzigen. Die Yachten, die in Papeete den Hafen anlaufen, sehen zum größten Teil recht verwüstet aus. Da hat es uns mit unserem Stück Rigg noch verhältnismäßig glimpflich erwischt. Wir sehen zerfetzte Segel, ebensolche Probleme am Rigg und sogar einen gebrochenen Großbaum. Aber wir glauben oder hoffen, das war wohl das schlimmste Stück, es sollte besser werden. Also wie gehabt, neue Stadt, neuer Hafen, neue Hardwareläden und Werkstätten. Zum Glück für uns ist hier alles zu bekommen, was das Seglerherz so begehrt. Leider aber eben zu nicht gerade moderaten Preisen.
Das geht schon im Hafen los, der Liegeplatz am Steg: 40 $ pro Tag. Auch sonst ist dieses schöne Fleckchen Erde nicht unbedingt für eine Pauschalreise zu empfehlen. Bier 9,50 $. Alaska war ein Paradies...! Aber wir sind das gewöhnt und denken bei solchen Gelegenheiten immer: `schlimmer wird es schon nicht werden.` Wir nutzen die Wartezeit auf unser benötigtes Ersatzteil, und sausen mit einem Mietwagen über die Insel. (Groß-Tahiti und Klein-Tahiti).

Uns persönlich gefällt der kleinere Teil der Insel besser. Es hier geht geruhsamer und beschaulicher zu. Es ist halt nur schade, dass leider auch hier das Ende der rosigen Zeiten bereits in Sicht ist.
Es kann eben nicht jeder Beamter sein. Und von den paar Touristen, die so kommen, können auch nicht alle leben. Zumal mit aller Macht versucht wird, genau diese mit eben den völlig überzogenen Preisen wieder zu vertreiben. Der traurige Abspann vom Film ist, die meisten können sich ihr eigenes Land nicht mehr leisten, sind aber auch nicht bereit, etwas zurückzurudern. Eine der ersten Touristenattraktionen in Papeete ist ihre riesige Markthalle. Erscheinen Pflicht. Sowieso bedarf unser Kühlschrank einer dringenden Auffüllung an Vitaminhaltigem. Stände über Stände. Eine bunte Vielfalt an Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten und Bananen. (jeweils so an die 5 bis 6 $ das Kilo).
Wobei uns bei all dieser zur Schau gestellten Pracht irgendwann auffällt, es kauft ja niemand etwas. Das System habe ich bis heute noch nicht verstanden. Wahrscheinlich haben die Hotelurlauber (einen Zeltplatz gibt es nicht) ihre Kartoffeln und Zwiebeln bereits anderswo erstanden, wer weiß das schon. Endlich ist unser Stag fertig, und Kathrin kann wieder einmal in den Mast steigen.

Zwischenzeitlich ist mir leider zu allem Unglück auch noch das Fall für den Blister im Mast verschwunden. Aber Kathrin, unser Bordmechaniker für alles über 2 Meter Höhe wird's schon richten.
Und siehe da, Stunden später, nach endlosen Fädeleien im Mast und schwerster schlosserischer Montagetätigkeit in luftiger Höhe ist alles wieder im Lot. Kathrin ist der Held! Zum Glück, denn wir sitzen hier schon viel zu lange rum, wir wollen langsam weiter.Cookisland und später Tonga heißt unser Ziel. Wir haben beschlossen, diese Tour gemeinsam mit unserem Stegnachbarn Clive von der ORCHID LADY. zu segeln. Er kommt aus Neuseeland, ist Einhandsegler und redet gerne furchtbar viel.


Somit sollte der Törn nicht allzu langweilig werden. Zu guter Letzt lernen wir zusammen im Hafen noch einen Italiener kennen. Ein recht netter Kerl, der hier irgendwie hängen geblieben ist. Er hat das gleiche Ziel wie Clive, ein Visa und leider kein Geld für ein Blankoticket wieder aus Neuseeland heraus.
Bürokratische Hürden, die beim besten Willen nicht zu überwinden sind. Einerseits darf er einreisen, andererseits können ihn die Grenzbehörden aber auch zurückschicken. Nur - wohin dann, bei einem Segelboot, welches schon weiter gefahren ist? Schade eigentlich, doch was hat ein Italiener auch in Neuseeland zu suchen… Um aus dem vorgelagerten Riff, welches die gesamte Insel umgibt, herauszufinden, geht es zuerst einen endlosen, zum Glück sehr gut betonnten Kanal entlang. Eine wunderschöne Strecke. Links die Insel und rechts das Riff, gegen welches von außen die Brandung donnert. Irgendwann dann, kommt der Durchgang, eine schmale Stelle, welche Tief genug ist, in Sicht. Zwischen den Brechern der Dünung hindurch schaukelt es meist etwas, doch das ist schnell vorbei und 600 nm hoffentlich bessere See liegen nun vor uns.

Zum Glück haben wir Glück. Es sind herrliche Segeltage. Besonders schnell sind wir zwar nicht, dafür aber stetig. Und recht unterhaltsam ist es dank unsers Begleitbootes auch. Irgendwie scheint Clive der bessere Angler zu sein. Während wir jeden Morgen die bei uns auf Deck gelandeten fliegenden Fische wieder zurück ins Meer befördern müssen (Kathrin weigert sich, sie zu kochen) fängt er sie. Aber wahrscheinlich liegt das wohl daran, dass er vor uns segelt. Somit angelt er uns den Fisch direkt vor der Nase weg. Und der Rest ist dann bestimmt so erschrocken, dass er vor Schreck aus dem Wasser springt um dann eben bei uns an Deck zu landen.
Doch es reicht ja, wenn einer Erfolg hat, es mangelt also nicht an frischem Fisch auf dem Tisch. Ansonsten haben wir immer noch, dank russischem Dock, genug Rostflecke zu entfernen. Es wird nicht langweilig.
Sogar bei unserem murrenden und meckernden Kühlschrank bin ich wieder einmal einen kleinen Schritt weiter gekommen. Man muss sich das einmal vorstellen. Da hatten wir seit Griechenland was weiß ich wie viele Mechaniker an Bord. Jeder kommt mit seinem Messgerät und gibt die allerbesten Ratschläge. Nur, ob der Stecker bzw. der Kabelschuh richtig steckt, da guckt keiner. Na, selbst ist der Mechaniker. So kommt nach 5 Tagen langsam Aitutaki in Sicht.

Wieder eines dieser wunderschönen Südseeatolle. Langsam zeichnet sich am Horizont der vielleicht 300 m hohe Vulkankrater ab. Der Eingang in die Lagune befindet sich auf der westlichen Leeseite des Atolls. Wir segeln mit leichtem Wind von achtern an weißem Sandstrand und Palmen entlang, ein Hotel mit kleinen Chalets und schon öffnet sich vor uns eine kleine Bucht, unser anvisierter Ankerplatz. Doch erst gilt es, dass Riff zu überwinden.
In der Karte ist es recht gut markiert, mit 140 cm nur halt ein wenig flach für uns. Wir haben einen Tiefgang von 168 cm. Doch 30 cm Tide sollten dieses Manko gerade noch so ausgleichen. Trotz allem sind wir froh, dass die ORCHID LADY den ersten Versuch startet. Wobei es allerdings auch bleibt. Gerade einmal 2 Meter, dann ein Schlag, das Riff hat ihn und er steht mitten in der Brandung. "Beng Beng Beng!" so die wortreiche Erklärung von Clive aus dem Radio. Jetzt und nicht vor 5 min kommt über Funk auch eine Warnung. "Das ist nicht der Eingang, die Karten sind falsch!". Na Klasse!
Die ORCHID LADY versucht in der Zwischenzeit, mit aller Macht wieder ins tiefere Wasser zu gelangen. Es tut richtig weh, die Schläge mit anzusehen, die sie einstecken muss. Aber sie schafft es. Der Preis; ein leicht defektes und gelöchertes Ruder hätte allerdings weitaus höher ausfallen können. Nun, besser informiert, auf zum 2. Versuch. Als Markierung dienen hierzulande nicht etwa Bojen, nein Stöckchen, in die Untiefen gesteckt, tun es wohl auch.

Langsam schieben wir uns Meter um Meter in Richtung Lagune. Kathrin vorn auf der Spitze gibt den Weg vor. Durch das klare Wasser kann man wunderbar die Korallenbänke erkennen und umrunden. Noch ein paar Meter und wir haben es geschafft. Ein winzig kleiner Hafen, gerade einmal Platz für uns zwei. Doch ungefähr so stellt man sich die Südsee vor.
Als erstes überhaupt erscheint ein Beamter auf seinem Moped. Da Clive ordnungsgemäß seine gelbe Flagge gehisst hat, bedeutet dies, an Bord alles gesund. OK, 20 $ inklusive Beleg wechseln den Besitzer. Doch was soll's, immerhin sind wir nicht in Quarantäne. Das Nächste, die obligatorische Hafenbehörde. Also unser Ankerplatz plus Einreise, na ja mit 150 $ bist du dabei. Irgendwie verfolgt uns dies auf unserer gesamten Reise. In jedem Land denken wir, teurer wird es schon nicht werden. Doch: Denkste!
Es geht immer noch ein bisschen oben auf. Aber so langsam haben wir uns daran gewöhnt. Trotzdem beschließen wir, hier nicht länger zu bleiben. Ein Spaziergang über die Insel, ein bisschen einkaufen und tanken, das war's. Über die Insel ist im übrigen Anfang des Jahres ein Hurrikan hinweggefegt. Ungefähr 90% aller Hauser standen dann am nächsten Tag nicht mehr bzw. waren unbewohnbar. Man sieht es, fast kein einziges Haus ist unversehrt. Überall wird neu gebaut.

Die Leute scheinen das aber recht gelassen zu sehen, teilweise haben sie Zelte und teilweise ihre alten Häuser notdürftig wieder bezogen. Wünschen wir ihnen, dass entweder die Häuser stabiler werden, oder der nächste Sturm im nächsten Frühjahr an ihrer Insel vorbeizieht. Unser viel und gerne erzählender Freund Clive läst derweilen auch wirklich keine Menschenseele aus, um sein Abenteuer von der Einfahrt zum Besten zu geben. "Beng! Beng! Beng!"
ist so ungefähr das Häufigste, was wir an diesem und am nächsten Tag zu hören bekommen. Voll getankt nehmen wir dann auch schon wieder Abschied von diesem wirklich wunderschönen und freundlichen Fleckchen Erde.

Und auf geht es in Richtung Ausfahrt durch das Riff. Dummerweise kommt uns genau in diesem Augenblick das Landungsboot eines Kreutzfahrtschiffes entgegen. An der engsten und flachsten Stelle überhaupt, kommt was kommen muss, wutsch, wir sitzen im Sand. Gut so haben wir keine Probleme beim Passieren der Barkasse. Wir können uns ja so und so nicht rühren.
Dafür sind wir aber wieder einmal auf was weiß ich wie vielen Urlaubsfotos zu bewundern. So nach dem Motto: `schau mal, da hat sich eine Segelyacht festgefahren!` Dabei ist die gesamte Angelegenheit zum Glück überhaupt nicht weiter schlimm. Ein wenig Schub, und wir sind durch. 850 nm nach Tonga erwarten uns.


Juli - August 2010 Von den Cook-Inseln nach Tonga

850 Seemeilen - das müsste doch zu schaffen sein! Und Dank der uns begleitenden Orchyd Lady mit Clive als Skipper sollte es außerdem noch nicht einmal langweilig werden. Nur dass wir den armen Kerl jeden Morgen erst einmal suchen müssen. Die Bekanntschaft mit dem Riff vor Aitutaki hat seinem Ruder nicht unbedingt gut getan. Nachts hat er dadurch etwas Schwierigkeiten, auf Kurs zu bleiben. Somit beginnt der Tag meistens erst einmal mit dem großen Rätselraten, wo könnte er denn jetzt schon wieder abgeblieben sein. Doch dank Radio und Clives lautem allmorgendlichen "Good morning! Good morning! Good morning!" finden wir dann schnell wieder zusammen.

Ansonsten kommen wir gut voran, der Wind ist so la la und von Clive bekommen wir des öfteren Fisch. Auch die Einfahrt in das Riff von Nuku`alofa, der Hauptstadt Tongas birgt keinerlei größere Schwierigkeiten, es ist halt nur recht eng und etwas lang gezogen. Da wir, wie immer des Nachts ankommen, drehen wir bei und haben somit am nächsten Morgen bei Sonnenschein beste Sicht auf die Untiefen. Der Hafen ist sehr klein, doch wir schieben uns irgendwie an eine freie Stelle. Anker raus und Heckleinen an Land, das ist schnell getan. Nur die Orchyd Lady! Durch den Ruderschaden kann sie rückwärts fahrend nicht steuern. Nach einigem Hin und Her, es will einfach nicht klappen, springe ich halt über Bord und hole mir so eine Leine von ihr. Dann verzurren wir sie längsseits bei uns und Clive öffnet erst einmal eine Flasche Rum, um unsere gemeinsame Überfahrt und glückliche Ankunft zu begießen.
In Ermangelung einer gelben Flagge, dass scheint hier Pflicht zu sein, finden und hissen wir den einzigen gelben Gegenstand, den wir an Bord finden können, einen Gummihandschuh.

Die Einklarierung läuft mit tonganischer Gründlichkeit ab und wir benötigen tatsächlich nur drei Tage um sämtliche Gebühren zu zahlen und somit alle Papiere beisammen zu haben. Kaum geschafft, sind wir auch schon wieder raus aus dem Hafenbecken. In der Nähe liegt eine kleine Insel - Sandstrand, Palmen und sogar noch ein Freisitz. Dort ankern wir.

Es heißt Abschied feiern. Clive will weiter nach Australien und wir wollen in den Norden von Tonga. Immerhin sind wir zusammen ungefähr 1500 nm gesegelt. Es war wirklich eine lustige Zeit. Auch haben wir beide Crewzuwachs bekommen. Auf der Orchyd Lady ist Kevin und bei uns Emely hinzugekommen.

Auf zur Vava`u Gruppe. Das ist nicht so weit. Gerade einmal zwei Tage mit Zwischenstopp auf Lifuka. Mal sehen, wie es sich mit meiner weiblichen Doppelcrew so segelt. Ich jedenfalls übe mich im Angeln und siehe da, Clive segelt nicht mehr vor mir und schnappt mir die Fische weg, also Erfolg. Man könnte auch sagen, Angel raus, Fisch dran, Angel rein.

Nur dass ich bald keinen Thunfisch mehr sehen kann. Aber egal, es gibt also doch noch Leben im Meer. So nähern wir uns der nördlich gelegenen Vavau Gruppe. Ein Gebiet, das zwar kartographisiert ist, die Karten aber aus irgendeinem Grund nicht digitalisiert sind. So ist mal wieder das Zeichendreieck angesagt. Eine ca. 10 nm lange Einfahrt durch ein Gewirr aus malerischen kleinen Inseln führt in eine riesige Bucht und somit nach Neiafu, dem Hauptort der Inselgruppe. Hier haben wir zur Abwechslung einmal Bekannte. Das heißt, wir haben eine Telefonnummer. Doch was soll schon passieren. Leonore, eine alte Freundin von Bim ist eine nach Tonga ausgewanderte und hier verheiratete Deutsche. Wir treffen sie in einer Bar und - verstehen uns auf Anhieb. Die Chemie stimmt und so lernen wir auch recht schnell den Rest der zugewanderten Deutschen, Österreicher und Schweitzer kennen. Eine lustige Zeit!
Alle zusammen unternehmen wir einen Segelausflug mit der PERITHIA nach Tapana, einer benachbarten kleinen, wunderschönen Insel. Hier leben Maria und Eduardo, zwei Spanier und betreiben eine kleine urige Kneipe, die sie ausschließlich mit ihren eigenen Händen von dem gebaut haben, was sie auf der Insel vorfanden. Sie sind vor ca. 20 Jahren mit einem Segelboot hier angekommen und geblieben. Jedenfalls werden es 2 herrliche ausgelassene Tage und wir feiern unseren Geburtstag zwar diesmal nicht mit Luftballons aber dafür in fröhlicher Gesellschaft.

Nur - dass unser Dingi des Nachts immer streikt, ist nicht so angenehm.Vom Strand bis zum Boot sind es zwar nur schlappe 30 m, doch die Strömung hat es in sich. Alle rein ins Boot, abgeschoben und den Motor gestartet. Doch - so der nicht anspringt - sind wir schnell ein paar Meilen von unserer Bucht entfernt und sehen die Lichter unserer PERITHIA so langsam entschwinden. Hinter uns in Fahrtrichtung liegt dann Fidschi. Allerdings hat keiner von uns einen Pass dabei…!
Na in letzter Sekunde jedenfalls hat unser Yamaha ein Einsehen und auf geht es zurück. Der Spaß will sich dann in der nächsten Nacht tatsächlich wiederholen! Doch diesmal rettet uns Eduardo und fängt uns noch innerhalb der 12 Meilenzone ab um uns sicher nach Hause zu unserer PERITHIA zu schleppen. Früh übrigens bei Tageslicht macht unser Dingimotor überhaupt keine Probleme. Wer weiß…

Die Zeit vergeht viel zu schnell in Tonga, doch wir merken, es zieht uns weiter. Also lichten wir den Anker und auf geht es die nächsten 800 nm nach Fidschi. Dort werden wir endgültig das Problem unserer Schiffsschraube beheben und bei der Gelegenheit unserer PERITHIA auch gleich noch einen neuen Antifoulinganstrich gönnen. Sie hat es mittlerweile wirklich bitter nötig.


August - September 2010 von Tonga über Fidschi nach Vanuatu

Die Meilen von Tonga nach Fidschi vergehen ereignislos. Der Wind weht günstig, es gibt für uns also nichts weiter zu tun. Ab und an ein Fisch, sonst passiert so ziemlich nichts, was uns aus unserer täglichen Beschaulichkeit herausreisen könnte.
Na ja - fast nichts… Manchmal, da wollen die Fische dann wohl doch nicht in die Pfanne. Wie gesagt, wir segeln so dahin, plötzlich surrt die Angel los. Dummerweise geschieht das natürlich immer dann, wenn du eigentlich etwas völlig anderes im Sinn hast. Egal, ich stürze zur Angel und Kathrin versucht, die Fahrt aus dem Boot zu nehmen. Das Problem liegt darin, durch unsere vielen verlorenen Köder ist leider auch unsere Schnur nicht mehr unbedingt die längste. Jedenfalls wird die Leine jedes Mal etwas kürzer.
Allmählich gelingt es Kathrin, uns wenigstens teilweise aufzustoppen. Da sitze ich nun: Schnur geben, anziehen, ein ewiges Hin und Her. Ich glaube auch, der Fisch ist nicht unbedingt der kleinste. Und die Zeit vergeht, mittlerweile sind sämtliche Segel geborgen und wir dümpeln unter Motor mit vielleicht zwei Knoten dahin. Mein Freund, der Fisch hat es allerdings überhaupt nicht eilig. Leine raus, Leine etwas anziehen - es ist fast, als würden wir uns verstehen.

Ich kurble und kurble und irgendwann, bestimmt eine Stunde später, habe ich ihn dann wirklich auf ungefähr 10 Meter am Boot. Doch jetzt kommt's darauf an. Kathrin hat schon mal den Käscher parat. Aber, was macht Freund Fisch? Plötzlich ändert er die Richtung. Aha, es geht jetzt nach links. Doch nichts da, mitten im Wechsel springt er plötzlich aus dem Wasser, schüttelt und dreht sich, und…
Na, jedenfalls war er so fair, mir meinen Köder zu lassen. Den Trick mit dem Richtungswechsel muss er übrigens weitererzählt haben, es passiert immer öfters, dass sich die Schlingel so aus der Affäre ziehen. Wir bräuchten also dringend eine Verbesserung unseres Angelsystems. Ab jetzt reagieren wir auf die Ausweichversuche unserer Beute. Ist der Fisch zu groß für meine Angel und dreht er nach links oder rechts weg, fahren wir ihm einfach entgegen. Dabei Leine rein, schon hat`s wieder Reserven. Dies scheint sich zu unserem Glück in Wasserkreisen noch nicht herumgesprochen zu haben. Es klappt!

So kommen wir jedenfalls in Fidschi an. Natürlich nachts, was aufstoppen und warten auf den nächsten Morgen bedeutet. Der Hafen in Suva ist nicht unbedingt der Einfachste. Überall liegen Wracks herum. Besser manövriert es sich da im Hellen.Doch ansonsten, nicht schlecht. Unser Steg endet genau im Royal Yachtclub. Somit haben wir es leicht, die nötigen Kontakte zu knüpfen. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was für interessante Leute mit ihren Booten unterwegs sind. Und natürlich ist wie immer, so einiges überholenswert.
Aber dank Peter, ein schon seit zwanzig Jahren hier lebender Deutscher, ist alles schell organisiert. Trotzdem zieht sich unsere Liegezeit doch ziemlich in die Länge. Wir benötigen sage und schreibe beinahe zwei Wochen nur zum einklarieren.
Wahrscheinlich kennen wir mittlerweile jede Behörde in Suva. Doch die Zeit vergeht schneller als gedacht. Eigentlich wollten wir ja noch mit unserer Perithia aus dem Wasser. Das verschieben wir dann halt auf den nächsten Hafen. Langsam wird es auch langweilig. So stechen wir halt in See und laufen eine winzige Insel ganz in der Nähe an. Ein Minniland in mitten von Korallen. Auf ihr ein kleines Ressort, fast wie im Paradies.

Von hier aus, steuern wir nach Vuda Point Und man will es nicht glauben -völlig untypisch für hiesige Verhältnisse- klappt alles wie am Schnürchen. Da wir uns über Funk angemeldet haben, wartet der Kran schon. Nicht einmal zwei Stunden später, und wir sitzen auf dem Trockenen. Auch die Arbeiter zum schleifen und streichen sind schnell gefunden.

Zwischen 19. und 20. Uhr ist Happyhouer in der angrenzenden Bar.
Und da wir auch hier natürlich genügend Segler treffen, die wir aus anderen Häfen kennen, vergeht die Zeit wie im Fluge. Auch an Bord gibt es Zuwachs. Ich segle das nächste Stück wieder einmal mit doppelter weiblicher Crew. Sandra, eine Münchnerin, die mit dem Rücksack unterwegs ist, begleitet uns ein Stückchen.

Über die nördlichen Inseln geht es auf nach Vanuatu.
Auch das ist nicht unbedingt eine seglerische Herausforderung. Der Wind weht, wie fast immer mäßig, aber beständig von achtern und da es an Bord nichts zu tun gibt, bleibt halt nur angeln. Dummerweise haben wir allerdings keinen Gefrierschrank. So versuchen wir, den Fisch zu trocknen. Ist eigentlich recht einfach. Filets in hauchdünne Streifen geschnitten, drei Tage in Salz eingelegt und dann ab in die Sonne zum trocknen.


Funktioniert - nur essen kann das keiner. Es ist dermaßen salzig, soviel Bier kann man gar nicht transportieren. Na, der Versuch war es wert.
Schnell kommt Port Villa (Vanuatu) in Sicht. Eine gewaltige Bucht, die in einer kleineren endet, in welcher sich der Hafen befindet. In Ermangelung eines funktionstüchtigen Schlauchbootes stoppen wir direkt an der Mole. Kapitän Eddy, der eigentlich diesen Platz gemietet hat, erweist sich als sehr hilfsbereit und freundlich. Jedenfalls rückt er ein Stückchen beiseite. Da am Boot zur Abwechslung einmal nichts zu reparieren ist (Nur das Loch im Dingi müsste geflickt werden), planen wir hier nur einen kürzeren Stopp ein. Doch man sollte die Rechnung nie ohne die Einheimischen machen…

Am Ende dauert auch diese Reparatur wieder einmal zwei Wochen. Somit liegen wir an unserer Mole und werden nur einmal von einem Erdbeben vertrieben. Des Abends, wir haben gerade Besuch, fängt plötzlich das ganze Boot an zu wackeln. Im ersten Moment denken wir, der Motor ist angesprungen. Doch wie, wenn alle an Deck sind. Dann sehen wir, wie die Leute an Land aufgeschreckt durch die Gegend laufen. Aha, die Erde hat gebebt. Über das Telefon
erfahren wir dann recht schnell, dass es gerade einmal 50 km entfernt ein Erdbeben der Stärke 6,5 auf der Richterscala gab. Um die Tsunamiewelle nicht unbedingt an der Mole zu erleben, fahren wir lieber an eine Moringboje. Doch zum Glück passiert nichts. Das Schlauchboot ist fertig, wir können also weiter. Um nicht allzu schnell durch Vanuatu zu sausen, und außer Touristen auch noch etwas anderes zu sehen, planen wir noch ein paar Stopps in abgelegeneren Gegenden ein.

Dann steht die Frage, wollen wir direkt weiter nach PNG, oder nehmen wir lieber den längeren Weg über die Salomonen.<br />Doch was für eine Frage…


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