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Der Weg in den Norden - Unser Starthafen Korfu

Logbuch ab '09 > Weltreise

Der Weg in den Norden
Unser Starthafen - Korfu

 

Unser Starthafen - Korfu

Die zwei Wochen bis zum Start vergehen wie im Flug. Die letzten Vorbereitungsarbeiten halten uns ganz schön auf Trab. Schleifen, streichen, schrubben, Batteriewechsel ist angesagt. Man muss sich mal vorstellen, es gibt noch unbefüllte Batterien, Woher jetzt die Säure nehmen? Segelcheck, letzte Elektrikarbeiten und was sonst noch so alles an "Kleinigkeiten" zu tun ist (es nimmt kein Ende…) machen uns zu besonders oft und gerngesehenen Kunden in Baumarkt, Boots-, Elektroladen und Segelmacherwerkstatt.

Neben Tierarzt und Eingewöhnung von Bruni und Tassi gibt es zum Glück dann doch noch ein bisschen Kultur.

Zum Beispiel Ostern:
an Griechenlands höchstem Feiertag, nach dem julianischen Kalender eine Woche später als bei uns und auf Korfu besonders farbenprächtig und aufwendig gefeiert, sind tausende Menschen, auf den Straßen.

Groß und klein, jung und alt begleiten am Karfreitag, angeführt von Blaskapellen die vielen Trauerprozessionen durch die Stadt.
Am Ostersamstag wird's dann gefährlich. Vorgewarnt wissen wir natürlich: Punkt 11.00 Uhr werden in der ganzen Stadt aus allen Fenstern und Balkonen mit Wasser gefüllte Tonkrüge auf die Straße geworfen.
Besser ist, rechtzeitig Deckung zu finden!


Es gibt für diesen eigentümlichen Brauch drei Erklärungen:

Die Venezianer pflegten am Neujahrstag, alte Gegenstände (Geschirr, Möbel usw. ) aus dem Fenster zu werfen. Das neue Jahr sollte dann neue bringen. Die Korfioten übernahmen das für Ostern. Die alten Gegenstände wurden durch tönerne Krüge ersetzt; die mit Wasser gefüllt werden, damit sie beim Aufprall mehr Lärm machen.

Einer anderen Erklärung nach hat dieser lautstarke Brauch heidnischen Ursprung. Ostern markiert den Beginn der fruchtbaren Jahreszeit. Die Natur erwacht aus dem Winterschlaf und geerntete Früchte werden in neuen Gefäßen gesammelt; die alten wirft man weg.

Eine dritte Variante besagt, dass die Leute so ihren Ärger über den Verrat des Judas ausdrücken wollen. Die Volksfeststimmung danach war richtig ansteckend. Wir hätten nie gedacht, dass wir mal zu Blaskapellenmusik den Takt mitwippen.

Leider sind so viele Menschen unterwegs, dass es schier unmöglich ist, irgendwo ein Bier zu bestellen!
Sonntag um Mitternacht schließlich wird unter freiem Himmel die Auferstehungsmesse zelebriert, das war dann schon ein für uns unvergesslicher, ergreifender Anblick. Zehntausende von Kerzen in den Fenstern der umliegenden Häuser und den Händen der Gläubigen. Es sah aus, als seien wir die einzigen ohne Kerze. Musikalische Ergüsse in Altgriechisch Orthodox, und ein choreographisch toll abgestimmtes Feuerwerk, dazu die küssenden und sich umarmenden Menschen um uns herum, lassen uns sehr bewegt den "Nachhauseweg" zu unserer Perithia antreten.

Doch der Kultur noch nicht genug; Zur Herkunft unseres Bootsnamens: Der Vorbesitzer unseres Schiffes, Herr Spiros Salvanos benannte es nach seinem Geburtsdorf: Perithia, übersetzt: "schöne Aussicht auf" wahrscheinlich der älteste Ort auf Korfu in Griechenland. Wir haben mal gehört, dass man ein Boot nicht umbenennen sollte - das brächte Unglück.

Also bleibt es unsere Perithia und "schöne Aussicht auf" … eine tolle Reise, …. eine schöne Zeit oder… spannende Erlebnisse passt ja auch irgendwie! Nun wollen wir wenigstens den Ort, dessen Name unser Boot trägt, einmal gesehen haben. Er soll inzwischen verlassen sein, deshalb erwarten wir ein paar alte Ruinen.

Nach langer kurvenreicher Fahrt über Straßen, die leider nicht in unserer eigens gekauften Karte eingezeichnet sind, erreichen wir den "verlassenen" Ort und sehen als erstes eine Taverne, der sich eine zweite, dritte usw. anschließt.
Soviel zu Geheimnisvollem oder Mystischem, das wir vielleicht ein bisschen erwartet haben. Aber so wird das alte verlassene Perithia eben wiederbelebt. Abschließend gesagt, ist Korfu für uns wegen seiner, für griechische Verhältnisse eher untypischen weil sehr üppigen Vegetation, eine der schönsten Inseln dieses Landes und für einen Besuch nur zu empfehlen.


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