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Der Weg in den Norden - 01.06. - 10.06.2009 Sines (Portugal) - San Miguel (Azoren)

Logbuch ab '09 > Weltreise

Der Weg in den Norden

 

01.06. - 10.06.2009
Sines (Portugal) - San Miguel (Azoren)


Abweichend von unserem ursprünglichen Plan haben wir uns für die Route Sines - Azoren -Neufundland entschieden.
Der Umweg ist nicht allzu weit. Das Problem ist nur mal wieder, es ist kein Wind.
Zum Glück haben wir ja auch einen Motor. Wir tuckern also los und hoffen auf bessere Bedingungen. Um den Speiseplan aufzubessern, könnte jetzt auch mal ein Fisch ins Netz bzw. an die Angel gehen! Doch anscheinend hat sich die gesamte portugiesische Fangflotte gegen uns verschworen und fischt nachts immer genau vor uns.
Jedenfalls - kein Fisch! Unsere neue Taktik ist: Boot günstig in den Wind und auf fliegende Fische warten. Einmal hat's geklappt und nachts verheddert sich doch tatsächlich einer in unserer Persenning. Leider war er so schnell wie er kam auch wieder verschwunden.

Jedenfalls kommt's wie`s kommen muss, nach: kein Wind - kommt: viel Wind. Dummerweise genau von vorne. Durch unsere Rollgenua haben wir natürlich nicht die besten Möglichkeiten am Wind. Also motoren wir unter Hilfe vom Großsegel. Der Wind scheint hier wie festgenagelt zu sein - stetig aus West. Einzig - er wird immer mehr; mittlerweile haben wir Windstärke 7 Bft.
Aber man gewöhnt sich auch an 4-5 Meter hohe Wellen recht schnell. Was uns auffällt, es ist nirgendwo ein anderes Boot unterwegs. Das kommt uns natürlich nachts zu gute. Unser Radar späht alles bis 12 nm weit aus und würde uns bei Gefahr warnen. Tage später, und der Wind baut sich immer noch auf. Ich überlege schon mal, ob es besser ist, die Wellen sehr schräg oder doch nicht ganz so schräg zu nehmen. Dummerweise komme ich zu keinem Entschluss.

Plötzlich - ein lauter Knall und das Großsegel ist hin. Bis heute weiß ich nicht, woran das wohl gelegen hat. Segel rein, um zu retten was zu retten ist, ist alles eins. Die ehrenvolle Aufgabe, das Wrack zu bergen und das Reserve-Groß in den Mast zu bringen, fällt natürlich mir zu. Es ist an und für sich gar nicht so schwer. Nur schaukelt es gewaltig und es sind so 35 m² Stoff, die irgendwie gebändigt werden wollen. Es spritzt gewaltig und "Clean Devil" leistet gute Dienste. Die Arbeit an Deck ist erledigt und weiter geht es.Aus Windgründen entschließen wir uns in San Miguel einen kleineren Hafen anzulaufen, um ein bisschen Diesel zu tanken.

Leider ist die Hafeneinfahrt so eng und dunkel, dass wir erst mal davor ankern um den Tag abzuwarten. Wir schlafen also erst und legen vormittags an. Sofort sind helfende Hände zur Stelle und wir werden ordnungsgemäß und fachmännisch vertäut. Ich habe natürlich vergessen, 1,8 m Tide! Wir steigen mit unserem Kanister an Land und fragen schon mal nach einer Tankstelle. Im Dorf gibt es allerdings keine. Doch sogar dieses Problem wird uns wie selbstverständlich abgenommen. Jemand holt sein Auto und los geht's. Derweilen entdeckt jemand, dass eine unserer Bugleinen nicht mehr so ganz in Ordnung ist. Also bleibt er die ganze Zeit am Boot und bewacht die Leinen.

Ich würde sagen, dass war mit Abstand der freundlichste Hafen überhaupt. Das letzte Stück bis Ponta Delgada dann unter Motor und wir legen in einer an sich schönen Marina an. Hier soll es die besten Versorgungsmöglichkeiten auf den ganzen Azoren geben. So richtig merken wir aber nichts davon. Es ist wieder wie in jedem südländischen Hafen. Es passiert eigentlich nichts, außer man macht es selber. Mittlerweile haben wir aber ein dickes Fell und harren so der Dinge die da kommen oder eben nicht kommen… Interessant ist, dass hier gerade die Saison eingeläutet wurde. Jetzt spielt jeden Tag eine Hardrock-Band und es ist mächtig was los. Leider ungefähr 50 m neben uns.

Heute haben wir endlich unsere Segel zurückbekommen. Nach mehreren Telefonaten und Gesprächen nähere ich mich auch der abschließenden Installation unserer Internetanlage. Funktests mit einem Freund auf dem portugiesischen Festland haben zudem gezeigt, dass wir problemlos über tausende nm funken können. Da soweit alles in Ordnung scheint, werden wir heute Abend die Leinen losmachen und Richtung Neufundland starten. Noch sind wir im Zeitplan, müssen uns aber langsam sputen. Außerdem sind wir sehr gespannt auf die "SILENT SOUND" von der
OPEN PASSAGE EXPEDITION die uns von der anderen Seite der Nordwestpassage entgegenkommt.


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